KAB Diözesanverband Limburg

Ortsverein St. Michael Sossenheim

KAB Jahresprogramm 2020

Liebe Mitglieder, Freunde und Gäste unserer KAB,

auch nach dem Jahr unseres 20jährigen Jubiläums unserer Wiedergründung, wollen wir wieder einen Beitrag leisten zum Leben in unserer Gemeinde St. Michael und Brücke sein zwischen Kirche und der Arbeitswelt. Unsere Bildungs- und Themenabende finden in unserem Gemeindehaus St. Michael, Alt-Sossenheim 68a statt. Zu unseren Veranstaltungen sind selbstverständlich alle Interessierte herzlich willkommen, innerhalb und außerhalb unserer Gemeinde. Der KAB-Vorstand St Michael, Frankfurt / M.-Sossenheim

Referenten im Jahre 2020 sind: Dr. Gunter Volz, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung, Ev. Kirche am 08.09.20 Stefan Hantschmann, Polizeipräsidium Frankfurt a. M. am 11.02.20 Albert Seelbach, em. Diözesanpräses der KAB im Bistum Limburg am 10.03.20 Martin Mohr, Diözesansekretär der KAB im Bistum Limburg stattdessen Heinz Hupfer am 07.04.20 Lieselotte Bollin, am 12.05.20 Wolfgang Steinmetz, Berufsschulpfarrer i. R. am 16.06.20 Dr. Gunter Volz, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung, Ev. Kirche am 08.09.20 Bernd Strack, KAB-Familienbildungsreferent a.D. am 13.10.20

Veranstaltungen der KAB St. Michael Ffm.-Sossenheim 2020:                       BITTE BEACHTEN SIE: AUFGRUND DER CORONAPANDEMIE FINDEN UNSERE WEITEREN FÜR 2020 GEPLANTEN VERANSTALTUNGEN BIS AUF WEITERES NICHT STATT.                                    Di., 11.02.20, 19.30 Uhr; „Internetkriminalität"   Di., 10.03.20, 19.30 Uhr; „Ganzheitliche Sorge für die Gesundheit“   Di., 07.04.20, 19.30 Uhr; „Gerecht Steuern mit Steuern“ stattdessen Römer Christianisierung und erste Kirche St. Nikolaus-Sossenheim   Di., 12.05.20, 19.30 Uhr; „Reisebericht über Rom “    Di., 16.06.20, 19.30 Uhr; „Achtsamkeit, Hilfe gegen Stress“                  SOMMERPAUSE                                                                       Fr., 21.08.20, 18.00 Uhr, Sommertreff am Brünnchen   Di., 08.09.20, 19.30 Uhr; “Die Auswirkungen der Digitalisierung in unserer Gesellschaft“   Di., 13.10.20, 19.30 Uhr; „Kath. Soziallehre versus chinesische Ethik“ Di., 10.11.20, 19.30 Uhr; Jahreshauptversammlung   Di., 08.12.20, 18.00 Uhr; Adventsfeier / Jahresabschluss                                   

Für jede Veranstaltung erfolgt eine gesonderte Einladung! Änderungen im Programm sind vorbehalten!

Nähere Informationen erhalten Sie bei: KAB-St. Michael Frankfurt / M-Sossenheim Vorstand: Tel. 069 343921 oder 0175 6334408, oder im Gemeindebüro, Tel. 069 34 31 31

Julia­ne Kink­el, Kathol­ische Christ­in im Wider­stand

Foto (links) um 1910 aus Juliane Kinkel, „Das Leben in Sossenheim vor hundert Jahren“, aufgearbeitet von Günter Moos, 2010, S. 75 Foto (rechts) aus Juliane Kinkel, „Das Leben in Sossenheim vor hundert Jahren“, S. 6

Juliane Kinkel wurde 1892 als Tochter des Sossenheimer Gemeindesekretärs Konrad Kinkel und Enkelin des Sossenheimer Bürgermeisters Jakob Kinkel geboren. Schon früh engagierte sie sich wie ihr Vater im katholischen Arbeiterverein, dem Vorläufer der KAB-Sossenheim, wie in der Sossenheimer Zeitung 22.11.1913 zu lesen war.

Nach ihrem Studium arbeitete sie zwischen 1914 und 1932 als Mittelschullehrerin in verschiedenen Schulen. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise 1932 wurde sie aus gesundheitlichen Gründen pensioniert. Vergeblich bewarb sich bei Kriegsbeginn 1939 für den Schuldienst. 1940 wurde Juliane Kinkel aufgrund ihrer Fremdsprachenkenntnisse zur Arbeit als unbezahlte Dolmetscherin für die Zwangsarbeiter der Firma Jakob Noll, Silostraße 50, im Sossenheimer Volkshaus und die im örtlichen Kriegsgefangenenkommando STALAG IX B zur Arbeit verpflichtet. Dort setzte sie sich umfassend für die Belange der Zwangsarbeiter ein und versuchte deren hartes Schicksal zu verbessern.

Aus Briefen ehemaliger französischer Zwangsarbeiter geht hervor, dass sie sich dabei selbst in Lebensgefahr brachte und mit der Gestapo, Lagerführer K., Lagerarzt Dr. K. und Fabrikant K. in Konflikt geriet. So versorgte sie im Geheimen erkrankte Zwangsarbeiter und verteilte Lebensmittel, teil aus ihrer eigenen Zuteilung. Insbesondere unterstützte sie die Zwangsarbeiter bei ihren Beschwerden über die katastrophale Unterbringung und die mangelhafte Verpflegung gegenüber dem Lagerleiter. Ihre Einstellung brachten ihr ernstliche persönliche Schwierigkeiten seitens der nationalsozialistischen Dienststellen und Anzeigen bei der Gestapo. Das Betreten des Lagers Noll wurde ihr verboten. Trotzdem half sie als der einzige deutsche Mensch im Lager Nach dem Krieg wurde sie von den Nutznießern des Zwangsarbeitersystems beschuldigt, ebenfalls an den verübten Verbrechen beteiligt gewesen zu sein.

Dies konnte durch die offiziell beglaubigten Briefe ehemaliger französischer Zwangsarbeiter widerlegt werden, die ihrem persönlichen Einsatz höchsten Respekt zollten. Diese ihre Geschichte ist auch im Buch „Frauen und Frankfurt, Spuren vergessener Geschichte“ von Barbara Bromberger und Katia Mausbach von 1987 beschrieben. Juliane Kinkel starb 1986 in Sossenheim. Quellen: Barbara Bromberger und Katia Mausbach „Frauen und Frankfurt, Spuren vergessener Geschichte“ 1987 Juliane Kinkel, „Das Leben in Sossenheim vor hundert Jahren“, aufgearbeitet von Günter Moos, 2010 LAGIS Hessen Kriegsgefangenenlager Stalag IX B – STALAG militärischer Begriff für Stammlager, Wehrkreis Ziffer IX stand für Hessen, B für Bad Orb, Wegscheide für bis zu 8.000 Kriegsgefangene, die nicht in Bad Orb sondern in Lagern der Betriebe vor Ort untergebracht wurden. Aufgrund der harten Lebens- und Arbeitsbedingungen verstarben viele der Gefangenen

– » Link https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/nstopo/id/1131 1706-2006 Chronik der Katholischen Pfarrgemeinde St. Michael – Sossenheim, 2006, S. 93 (Auszug Sossenheimer Zeitung 22.11.1913)

Autor: Heinz Hupfer

Einen weiterführenden aktuellen Text mit Dokumentation lesen Sie hier: st-michael-sossenheim.de/juliane-kinkel-katholische-christin-im-widerstand-2

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