KAB Diözesanverband Limburg

Aktuelles

Sonntags ist frei. Seit 1.700 Jahren.

- Eine Predigt anlässlich des Jubiläumstages des arbeitsfreien Sonntags -

Gott hat uns befreit und einmal in der Woche erleben wir das, alle miteinander. Der Tag ist frei. Gut, manche müssen trotzdem ran: Pfarrer. Wirtsleute– wenn sie denn dürfen. Bauern füttern das Vieh. Ärzte, Pfleger, Feuerwehr, was halt wirklich gebraucht wird.

Im Alten Testament geht es um Vollendung: am siebten Tag ruhte Gott, hören wir. Für uns Christen geht es um Freiheit. Gott befreit Jesus aus dem Tod. Er setzt einen neuen Anfang.

Das hat Kaiser Konstantin aufgegriffen. Am 3. März vor genau 1700 Jahren erklärte er: „Alle Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste, sollen am ehrwürdigen ‚Tag der Sonne‘ ruhen.“ Die Woche beginnt mit einem Tag der Freiheit. Alles andere kommt später, Macht, Profit, Wirtschaft oder Leistung. Geld ist nicht das Erste.

Gerade in diesem Jahr erfahren wir: Die Menschen sind wichtiger als Profit. Familien, Freunde, Vereine und Verbände brauchen diese gemeinsame Zeit. Gut, wenn wir trennen – Schule, Beruf, Familie, Freunde, nach Ort und Zeit. Das befreit. Darin erfahren wir Gott. Denn „Ich bin der Herr, dein Gott“, hören wir, „der dich befreit“. Dies ist das Erste. Dabei soll es bleiben.

Pfarrer Walter Henkes, Diözesanpräses der KAB Limburg

Der freie Sonntag feiert Jubiläum!

KAB: „Sonntag ist wichtiges Symbol unserer menschlichen Freiheit“

Jubiläumsfeier „1700 Jahre Sonntag“ ist Auftakt zu kultureller Wende 

„Ohne den arbeitsfreien Sonntag ist eine demokratische und humane Gesellschaft nicht zukunftsfähig“, erklärt Martin Mohr, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Limburg. Aus Anlass des 1700-jährigen Sonntag-Jubiläums am Mittwoch, dem 3. März ruft der katholische Sozialverband dazu auf, sich stärker der Kultur des Sonntags bewusst zu werden und sich für den gemeinsamen arbeitsfreien Tag stark zu machen. „Wir brauchen eine neue attraktive Sonntagskultur“, fordert der KAB-Diözesansekretär.

Ausufernde Sonntagsarbeit und Sonntags-Shopping

„Als Christinnen und Christen und als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind wir einer besonderen Verantwortung, uns für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags einzusetzen“, betont Diözesansekretär Mohr. Die KAB wendet sich daher massiv gegen zunehmende Sonntagsarbeit und Sonntags-Shopping. Corona habe gezeigt, dass das soziale, kulturelle und gesellschaftliche Miteinander einen klaren zeitlichen Rahmen braucht. „Erst der arbeitsfreie Sonntag schafft den sozialen Kitt in unserer Gesellschaft, er ist Voraussetzung für ein intaktes Familienleben, für Teilhabe an kulturellen, sportlichen, politischen, kirchlichen und sozialen Leben in unserer Gesellschaft“, betont Mohr. Das im Grundgesetz verankerte Arbeitsverbot an Sonn- und Feiertagen ist keine Spaßbremse, sondern mache erst ein gesellschaftliches Miteinander möglich. Der Sonntag stelle ein wichtiges Symbol der menschlichen Freiheit da. Das Recht auf Untätigkeit widersetzt sich der Logik und der Geschwindigkeit des Kapitalismus.

Sonntag-Jubiläumsfeier Live im Internet

Gemeinsam mit den Bündnispartnern der „Allianz für den freien Sonntag“ veranstaltet die KAB ein Jubiläumsfest mit dem Journalisten Dr. Heribert Prantl, den Bischöfen Dr. Georg Bätzing und Heinrich Bedford-Strom, der Kulturstaatsministerin Monika Grütters, DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann, Arbeitsforscherin Dr. Jutta Allmendinger und vielen anderen am 3. März. Interessierte können kostenlos unter https://allianz-fuer-den-freien-sonntag.de an dem Festakt zu Ehren des freien Sonntags ab 11:00 Uhr teilnehmen. Die Veranstaltung ist Auftakt für weitere bundesweite Aktionen von Gewerkschaften und Verbänden der evangelischen und der katholischen Kirche, um der Sonntagskultur stärker Raum zu geben.

Keine Ausnahmen für Amazon

Am 27.01. hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig bestätigt, dass die 2015 in der Adventszeit durchgeführte Sonntagsarbeit nicht rechtmäßig war und gab damit ver.di Recht. Dieses Ergebnis stellt eine wichtige Erinnerung dar, dass auch dieser Konzern nicht einfach seine Mitarbeiter*innen den freien Sonntag vorenthalten darf.

Amazon argumentierte damals, dass ohne die Sonntagsarbeit ein unverhältnismäßiger Schaden entstehen würde, da zugesagte Lieferungen nicht eingehalten werden könnten. Was hierbei wohl übersehen wird, ist dass der Fehler hier bei Amazon selbst liegt und nicht bei denjenigen, die an den damaligen Sonntagen dafür gerade stehen musste.

Doch diese Behandlung der Angestellten ist für den Konzern, der nicht-tarifgebundenes Mitglied beim HDE ist, nicht neues. Niedrige Löhne und ein besonders in Corona-Zeiten unsicherer Arbeitsplatz sind Kennzeichen des Konzerns. Zugleich ist Amazon auch Thema im Ausland: In Alabama stimmen 6000 Mitarbeiter*innen des Konzern darüber ab, ob sie sich in einer Gewerkschaft organisieren (die in den USA weniger stark verbreitet sind). Natürlich wollte Amazon dies verhindern und startete eine entsprechende Online-Kampagne, die Gewerkschaften kritisiert.

Auch hier demonstriert Amazon, wie es seine Angestellten behandelt. Gerade mit dem immer wichtiger werdenden Online-Handel müssen auch die Arbeitnehmerrechte gestärkt und geschützt werden. Amazon wird weiterhin erfolgreich sein, umso wichtiger ist es, dass Gewerkschaften, KAB, aber auch Politik für gerechtere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsetzen und dabei auch die Probleme bei Online-Unternehmen und vor allem bei Amazon ansprechen.

Sebastian Alt,

Referent für Sonntagsschutz und Sonntagskultur des KAB-Diözesanverbandes Limburg

S.Alt@kab.bistumlimburg.de 

Alte Forderungen in neuem Gewand: Der Streit um die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wird immer wieder ausgetragen...

Der Streit um die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten wird immer wieder ausgetragen, doch gerade in der aktuellen Situation pochen FDP und HDE auf immer mehr verkaufsoffene Sonntage.

Doch was verbirgt sich hinter den Forderungen? Am 24.11. stellte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht fest, dass verkaufsoffene Sonntage in der Adventszeit zu unterlassen sind, da diese keinen Beitrag zum Infektionsschutz leisten. Trotz dieser Entscheidung wird in Hessen vonseiten der FDP gefordert im nächsten Jahr noch mehr verkaufsoffene Sonntage durchsetzen, die nun auch ohne jeglichen Anlassbezug stattfinden können.

Hierbei wird auf die durch Corona bedingte Situation verwiesen: Durch die Corona-Pandemie sei der Einzelhandel angeschlagen und die Innenstädte würde veröden. Man argumentiert mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und der immer stärkeren Online-Konkurrenz, der Corona nun noch mehr in die Hände spielt.

Was in der ganzen Situation nicht beachtet wird, ist das diese Forderungen bereits seit Jahren vorgebracht werden. Lediglich die Argumentation hat sich verändert. In den letzten Jahren ging es immer wieder um den bereits erwähnten Konkurrenzkampf mit dem Online-Handel, der dem stationären Handel den Umsatz streitig macht.

Nun wird Corona als Grund genutzt, um die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und die weitergehende Ausweitung der Ladenöffnungszeiten voranzutreiben- obwohl der freie Sonntag gesetzlich festgeschrieben ist! Doch wie stichhaltig ist diese Argumentation? Zunächst einmal stimmt es, dass der Einzelhandel, zumindest der innerstädtische, inhabergeführte Einzelhandel, in einer schlechten Verfassung ist. Doch wie sollten Sonntagsöffnungen hierbei helfen? Die Konkurrenz aus dem Internet ist auch damit nicht zu schlagen. Hierbei kann nur eine ausgiebige Betreuung der Kunden helfen, wie sie online nicht möglich ist. Das bloße Ausdehnen der Öffnungszeiten wird nicht helfen, vor allem nicht, da es lediglich zur Umverteilung der Umsätze beiträgt. Die Vorstellung, dass ein weiterer Verkaufstag den Einzelhandel stärken kann, erweist sich als letztlich als naiver Trugschluss.

Auch Corona kann nicht als Grund herhalten. Wenn verkaufsoffene Sonntage zu einer Verteilung der Kundenströme führen, wird dies schnell zu einer sehr riskanten Situation für Mitarbeiter*innen und Kund*innen. Viele Kunden würden dann nicht unter der Woche oder samstags einkaufen, sondern am Sonntag. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Lage und der stetig ansteigenden Fallzahlen, kann diese Forderung nicht gerechtfertigt werden. Sie würde den gegenteiligen Effekt haben: Mehr Kunden an einem Tag, heißt mehr möglich Infektionsträger. Es scheint allerdings in der ganzen Debatte weder um die Bekämpfung der Pandemie oder um die Rettung kleiner innerstädtischer Händler zu gehen. Stattdessen möchte man die Gunst der Stunde nutzen, um alte Forderungen durchzubringen und den Handlungsspielraum von Unternehmen zu erweitern. Aus Sicht bestimmter Lobbygruppen ist der Sonntag eine letzte Bastion, die man nehmen muss für das Ziel der größtmöglichen Ökonomisierung der Gesellschaft.

Doch diese Sichtweise ist falsch. Der Sonntag stellt eine notwendige Rahmung für die Arbeitswoche dar. Ein Tag der Freiheit- insbesondere der Freiheit von Arbeit und ökonomischen Interessen. Es ist ein Tag der Muße und als solcher ist er nicht nur notwendig für den Erhalt der Gesellschaft, sondern er leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Deswegen muss er geschützt und frei bleiben. Deswegen muss man für den freien Sonntag auch dann eintreten, wenn mächtige wirtschaftliche Akteure und Lobbygruppen ihn zu einem weiterem Werktag machen wollen.

Sebastian Alt,

Referent für Sonntagsschutz und Sonntagskultur des KAB-Diözesanverbandes Limburg

S.Alt@kab.bistumlimburg.de

Der Juli-Impuls: Der Corona-Sommer

von Sebastian Alt, E-Mail S.Alt@kab.bistumlimburg.de

- Seit Monaten müssen sich Bürger*innen einschränken. Durch die Corona-Pandemie mussten Abstände eingehalten, soziale Kontakte reduziert, sportliche und kulturelle Veranstaltungen abgesagt werden. Neben diesen Einschränkungen gab und gibt es eine Angst vor wirtschaftlichen Folgen und einem Wiederanstieg der Ansteckungen. In diesen letzten Monaten waren es insbesondere die Arbeitnehmer*innen des Handels, die sich nicht nur einem stärkeren Risiko der Ansteckung aussetzen mussten (und dies nach wie vor müssen), sondern die unter erschwerten Bedingungen arbeiten.

Die neuen Hygienevorschriften machen den Alltag zwar sicherer, aber nicht leichter. Hinzukommen entnervte Kund*innen, die immer gereizter reagierten und die belastende Situation noch weiter zu erschweren. Doch waren es nicht nur die Hygienevorschriften und die angespannte Situation, die den Arbeitnehmer*innen zusetzten. Statt den Mitarbeiter*innen ihr Recht auf einen freien Sonntag zu garantieren, erlaubten die Länder die sonntägliche Öffnung einer Vielzahl von Unternehmen. Zwar nutzten viele Einzelhandelsgeschäfte diese Möglichkeit nicht- auch unter Berücksichtigung Ihrer Angestellten- doch andere machten den Sonntag zum Werktag und ließen ihren Mitarbeiter*innen damit nicht einmal einen Tag zum Verschnaufen.

Wirtschaftliche Interessen schienen über denen der Arbeitnehmer*innen zu stehen, die Politik wollte dem Handel entgegenkommen und bezahlten dies mit der Preisegabe des Sonntagsschutzes. Als letztes Land hat Hessen am 18.06. verkündet, dass die sonntäglichen Ladenöffnungen nun nicht mehr möglich sein sollten- dies höchstwahrscheinlich auch nur unter dem Eindruck einer Klage der hessischen Sonntagsallianz. Der Sonntag wird nun –zunächst- wieder ein freier Tag sein, doch bleibt er weiterhin gefährdet. Sollte es zu einer neuen Pandemie-Welle kommen, so ist davon auszugehen, dass Bund und Länder die Interessen der Wirtschaft vor die Interessen der Bürger*innen stellen und den Sonntag wieder einmal zum Werktag erklären wollen.

Trotz der Rücknahme diverser Regelungen ist Corona nicht einfach vorüber- deswegen muss man wachsam bleiben. Der Sonntag darf nicht geopfert werden für eine vermeintliche Umsatzsteigerung von krisengebeutelten Unternehmen- eine Annahme, die an für sich bereits fragwürdig ist.

Hessischer Verwaltungsgerichtshof entscheidet gegen Sonn- und Feiertagsarbeit

KAB zeigt sich erfreut

Autor: Sebastian Alt (Kontakt und Information: S.Alt@kab.bistumlimburg.de )

- Mit seinem gestrigen Urteil entschied der VGH Kassel, dass die in der Bedarfsgewerberverordnung enthaltenen Ausnahmeregelungen für Brauereien, Getränkegroßhandel und Eisherstellung unzulässig sind. Somit wird die Sonn- und Feiertagsarbeit in diesen Betrieben untersagt. Das Gericht folgte damit der Klage der evangelischen Dekanate Darmstadt und Vorderer Odenwald, die im Auftrag der Allianz für den freien Sonntag gegen diese Regelung vorgingen.

Die bisherige Ausnahmeregelung erlaubte die Arbeit an Sonn- und Feiertagen, wenn die Arbeiten nicht unter der Werkwoche durchgeführt werden könnten. Die Mitglieder der Allianz sprachen sich erfolgreich gegen diese Begründung der Verordnung aus. Der Leipziger Anwalt Friedrich Kühn stellte fest, dass in all den oben genannten Betrieben keine Produktion an den Sonn-und Feiertagen notwendig ist, da diese im Rahmen der normalen werktäglichen Arbeitszeit geleistet werden kann. Das Gericht lehnte damit nicht nur eine sinnlose Regelung ab, sondern bestätigt wieder die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags. Brauereien, Eishersteller und deren Großhandel produzieren Güter, die nicht am selben Tag konsumiert werden müssen, sondern lange haltbar sind.

Die bisherige Bedarfsgewerbeverordnung scheint dies nicht berücksichtigt zu haben. Auch in vergangenen Urteilen bestärkte die Justiz die Anliegen der Allianz für den freien Sonntag: So entschieden das Bundesverwaltungsgericht 2014 und zuvor das VGH Kassel 2013 gegen eine sonntägliche Beschäftigung von Arbeitnehmer*innen in Videotheken, Callcentern und anderen Dienstleistungsunternehmen.

Natürlich begrüßt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Diözesanverband Limburg, dieses Urteil. "Als Mitglied der Allianz engagieren wir uns für den Sonntagsschutz und die freie Zeit der Arbeitnehmer*innen", erläutert Sebastian Alt, Projektreferent Sonntagskultur und Sonntagsarbeit des KAB Diözesanverbandes Limburg. "Doch trotz des positiven Urteils gibt es immer noch Betriebe, die den Sonntag unterwandern" beklagt Alt, "obwohl die Notwendigkeit der Arbeit an diesem Tag zumindest fragwürdig ist."

KAB und Allianz müssen weiterhin aufmerksam sein, damit die freie Zeit der Arbeitnehmer*innen nicht für wirtschaftliche Interessen oder selbstverschuldete Engpässe der Unternehmen geopfert wird.

Der Juni-Impuls: Corona und die Kinder

Der Juni- Impuls -von Sebastian Alt (Foto), Referent für Sonntagsschutz und Sonntagskultur des KAB-Diözesanverbandes Limburg www.kab-limburg.de

Viele gesellschaftliche Gruppen haben besondere gewidmete Tage. Eine Gruppe hat sogar zwei: Kinder. Der Weltkindertag wird am 20.09. begangen. Er entstand aus dem Wunsch auf die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen, doch wurde er recht lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Anders sah dies beim 1. Juni aus, der 1950 in der DDR als Kindertag etabliert wurde.

Doch wie sieht die Situation der Kinder an diesem 1.Juni aus? Die Corona-Krise betrifft auch die Jüngsten unserer Gesellschaft- vor allem weil die Schulen und Kitas noch weit vom Normalbetrieb entfernt sind und letzten Endes der Bildungsprozess stark belastet wird. Hierzulande gibt es keine gleichen Bildungschancen und die Unterschiede wurden in der Corona-Zeit nur stärker.

Das Homeschooling, welches in den letzten Wochen durchgeführt wurde, stellt zudem eine große Belastung für die Eltern dar. Die Krise zeigte, dass sich in vielen Fällen Familie und Beruf nicht ohne weiteres vereinbaren lassen und führte häufig zu einer für Kinder stressigen Atmosphäre. Auch wurde der geregelte Wochenablauf von Schule und Freizeit gestört. Irgendwann wird der schulische Alltag hoffentlich wieder einziehen, doch was nehmen wir aus dieser Krise mit?

Es zeigt sich, dass Kinder nicht im Homeschooling verbleiben können ohne dass sie vereinsamen und ihnen wichtige soziale Kontakte fehlen. Es zeigt sich, dass es gravierende Chancenungleichheiten im Bildungsprozess gibt. Es zeigt sich, dass einige familiäre Situationen auf einen geregelten Wochenablauf angewiesen sind, in der eine schulisch geprägte Werkwoche und ein familiär geprägtes Wochenende enthalten sind. Letzteres benötigt auch eine geschützte Zeit, die wirklich frei von Arbeit ist.

Die Corona-Krise nahm Kindern diese geregelte, für das Heranreifen notwendige Ordnung. Hoffen wir, dass sie zurückkommt und dass es auch für Politik und Wirtschaft offensichtlich wird, dass es eine klare Einteilung von Arbeit und Freizeit, Schule, Beruf und Familie geben sollte, die nur dann stattfinden kann, wenn es für alle Lebensaspekte Zeit gibt. Aus diesem Grunde ist es nicht nur geboten für gleiche Chancen in der Bildung und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzustehen, sondern es muss auch dafür gekämpft werden, dass Eltern und Kinder, Arbeitnehmer*innen und Schüler*innen wirkliche geschützte verfügbare Zeit haben- das Wochenende.

Solidarität in Zeiten von Corona! KAB gegen Ladenöffnung an Sonntagen und gegen Maßnahmen der Arbeitgeber*innen

(auf dem Foto: Sebastian Alt, KAB-Projektreferent Sonntagskultur)

Frankfurt/Limburg. Mit der neuen hessischen Verordnung zur Eindämmung des Corona-Virus wurde die sonntägliche Öffnung von Einzelhandelsgeschäften erlaubt. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Diözesanverband Limburg weist darauf hin, dass zeitgleich Arbeitnehmer*innen in Kurzarbeit müssen oder in bezahlten, aber auch unbezahlten Urlaub geschickt werden.

Die von dem Virus ausgelöste Krise werde vor allem die Arbeitnehmer*innen im Einzelhandel treffen. „Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst.“ Mit diesen Worten wandte die Bundeskanzlerin sich an die deutsche Bevölkerung. Das neu aufkommende Virus werde für unsere Gesellschaft eine Herausforderung, die nicht mehr ignoriert werden kann. Doch die von der hessischen Regierung verordnete Ladenöffnung und die vielen Maßnahmen der Arbeitgeber*innen, die Personalkosten zu reduzieren, können sich als kontraproduktiv herausstellen.

Sebastian Alt, Projektreferent für Sonntagskultur – Schutz des freien Sonntags“ beim KAB-Diözesanverband Limburg“ stellt fest: „Während viele Mitarbeiter*innen von zuhause aus arbeiten können, ist dies für Kassierer*innen und andere Arbeitnehmer*innen mit Kundenkontakt nicht möglich. Für diese Gruppe stellt die momentane Situation eine gewaltige und belastende Herausforderung dar“. Umso wichtiger sei es, dass wir als Gesellschaft solidarisch sind, gerade weil die Mitarbeiter*innen im Einzelhandel die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. „Die Mitarbeiter*innen im Handel benötigen einen geschützten Tag in der Woche. Auch sie brauchen Regeneration und Zeit für ihre Familien, die nun wichtiger ist als denn je“, so Alt.

„Darüber hinaus versuchen diverse Unternehmen die Krise zu überstehen, indem sie ihre Personalkosten reduzieren“, so Sebastian Alt weiter. Mitarbeiter*innen würden in Kurzarbeit beschäftigt oder gar in unbezahlten Urlaub geschickt. „Doch dieser Ansatz wird nicht nur Probleme für die Betroffenen hervorrufen, sondern wird die kommende wirtschaftliche Rezession nur verschlimmern“ resümiert Sebastian Alt. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Diözesanverband Limburg, appelliert: „Die jetzige Situation ist eine Herausforderung, die unsere gesellschaftliche Solidarität auf die Probe stellt. Es ist weder die Zeit für Hamsterkäufe seitens der Kund*innen, noch ist die Zeit für gekürzte Gehälter oder überbordende Belastung der Mitarbeiter*innen“. Es sei die Zeit, in der wir Rücksicht auf andere üben müssen. „Tuen wir dies nicht“, mahnt Projektreferent Sebastian Alt, „dann wird uns der Virus sehr hart treffen- nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Unternehmen“. Aus diesem Grund bräuchten Mitarbeiter*innen volles Gehalt- auch in einer Zeit in der sie nicht voll arbeiten können. Aus diesem Grund bräuchten Mitarbeiter*innen eine Phase der Regeneration- auch in einer Zeit, in der ihre Dienste umso wichtiger sind.

„Unternehmen, Konsumenten und Regierung sind gefragt“, macht die KAB aufmerksam. „Die Bekämpfung des Virus darf nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen ausgetragen werden. Die ist nicht nur ein Gebot der Moral, sondern auch ein Gebot der Vernunft“

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