Spiritualität

Eine Predigt zum 1. Mai von Pfr. Walter Henkes, Diözesanpräses der KAB Limburg

Am 1. Mai 1886 wollten amerikanische Arbeiter durch einen Streik erreichen, dass sie mit nur acht Stunden Arbeit pro Tag ihre Familie ernähren konnten. Es kam zu Gewalt und Festnahmen. Eine Bombe ging hoch. Eine Fabrik in Chicago sperrte um die 900 streikende aus. Zwar standen Arbeiter Schlange, vor allem Einwanderer, aber nicht bei dieser Fabrik. Nur 300 konnten eingestellt werden, 600 Arbeitskräfte fehlten. 

Damit war allen klar: wenn wir Arbeiter zusammenhalten können wir die Dinge ändern. Wie ist es heute, 135 Jahre später?

Wenn wir zusammenhalten, können wir die Dinge ändern, bei Corona oder auch auf dem Arbeitsmarkt. Das überaus langsame Tempo beim Impfen wird schneller. Gott sei Dank. Aber selbst wenn es uns gelingt, den Virus aus der Welt zu schaffen, bleiben Nach- und Nebenwirkungen. Leute, die keinen Virus mehr in sich haben, kämpfen mit Atemnot, haben keinen Geschmack oder können kaum mehr als ein paar Schritte laufen. Trotz staatlicher Hilfen sind viele Firmen kurz vor dem Aus oder haben schon die Segel gestrichen. Viele brauchen Unterstützung – und der Staat lebt auf Pump. Unsere Kinder und Kindeskinder dürfen zahlen.

Und doch: Was ganz am Boden liegt, wird sterben. Und wer will schon abgeschnitten sein vom Strom der Zeit, vom Leben miteinander oder von der Zukunft? Abgeschnitten die Einen, gereinigt die anderen, hören wir im Johannesevangelium. Zusammenhalten in Jesus bringt uns weiter. Einer erschließt für andere die Zukunft, wir Christen in Jesus, alle Kinder des einen Vaters im Himmel und alle Menschen guten Willens. Unser Vater im Himmel hat Bedeutung und Gewicht, wenn wir Jünger Jesu uns entsprechend benehmen.

Der Gott und Vater aller Menschen lenkt unsere Schritte in eine gute Zukunft, wenn alle, die an ihn glauben, an dieser gemeinsamen Zukunft arbeiten. Das große Impfen nimmt Fahrt auf, Gott sei Dank. Vielleicht kommen wir auf diese Weise wieder in ein ganz normales Leben. Vielleicht reicht es, wenn die Meisten sich dann in den kommenden Jahren ab und an impfen lassen, nicht nur gegen Grippe, sondern gegen die Nachfahren von Corona. Frisch geimpft können wir Geschäfte und Wirtschaften wieder bevölkern; und unserem Land neuen Schwung geben.

Doch wer ist abgeschnitten von diesem Weg in die Zukunft? Leute, die schon vorher kaum Geld hatten, geradeso um die Ecke kamen und inzwischen auf Hilfe angewiesen sind statt für sich selbst zu sorgen. Geld hilft, besser wäre, wenn sie wieder auf eigenen Füßen stehen. Wer liegt heute am Boden, und auch noch, wenn das Schlimmste rum ist? Wer also braucht uns, wirtschaftlich oder weil der Körper nicht mehr so mitspielt wie vor Corona? Gerade entstehen die ersten Kurse und Gruppen, die diesen Menschen helfen.

Zusammenhalten hat den Arbeitern im Mai 1886 geholfen. Es hilft auch uns. Manchmal müssen wir eine Brücke bauen. Ängste oder Gräben trennen oft Arme und ganz Arme. Konkurrenz der Schwachen schadet allen. Jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt unser Vater im Himmel, und wir können mittun. So entsteht Frieden, in unserer Kirche, in unserer Gesellschaft und weltweit.

"Messe im Wohnzimmer" samstags um 16.30 Uhr

"Hallo, wie schon bisher halte ich eine Messe, in der man sich digital beteiligen kann, samstags um 16.30 Uhr. Zur Einwahl müsste folgender Link ausreichen: kathkirchengemeindeweilburg.my.webex.com/kathkirchengemeindeweilburg.my/j.php Alternativ kann man sich auch über der Homepage der Pfarrei Heilig Kreuz Oberlahn einwählen. In der Regel werde ich spätestens um 16.15 Uhr online gehen. Vereinbart wurde außerdem, dass man das immer gleiche Einwahlverfahren mit den immer gleichen Daten nutzen kann. Wer also gern daran teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen. Gerne dürfen Einladung und Daten auch weitergereicht werden. Nun hoffe ich, dass alles klappt und freue mich auf Gottesdienste, in denen man nicht alleine zelebrieren muss. Mit freundlichen Grüßen, Pfarrer Walter Henkes"

„Verbrannte Erde – Kriegsopfer Schöpfung“: Diözesanwallfahrt der KAB führte nach Mengerskirchen

Zahlreiche Pilger*innen sind der Einladung des Diözesanverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Limburg gefolgt und nahmen am Samstag, den 26. September an der Diözesanwallfahrt teil, die coronabedingt in diesem Jahr nicht nach Marienthal bei Geisenheim/ Rheingau, sondern zur Kirche St. Maria Magdalena nach Mengerskirchen in den Westerwald führte.

Im Namen des Bezirksvorstandes der KAB Limburg begrüßte Bernd Hannappel die Wallfahrtsteilnehmer*innen. „Wir brauchen für unser Leben Stationen der Sammlung und der geistlichen Erneuerung und heute haben wir hierfür gute Gelegenheit“, so der Diakon. Die Wanderfriedenskerze begleitete auch in diesem Jahr die traditionelle KAB-Wallfahrt, die auf dem Hintergrund des aktuellen Kampagnenthemas der KAB „Arbeit.Macht.Sinn“ (https://www.kab-limburg.de/fileadmin/user_upload/kab_de/Downloads_pdf/leitantrag/Beschluss_Leitantrag_01_09_2017.pdf ) stattfand.

Die Kerze wurde von Karin Seck, geistliche Begleiterin des KAB-Bezirksverbandes Limburg gestaltet und gab der Wallfahrt ihr Motto. „Aus aktuellem Anlass haben wir uns entschlossen, für unsere Diözesanwallfahrt den Titel und die Inhalte der diesjährigen Ökumenischen Aktion Wanderfriedenskerze, „Verbrannte Erde – Kriegsopfer Schöpfung“ (mehr zum Thema: www.pax-christi.de ) zu übernehmen“, so Karin Seck. „Kriege und ihre Vorbereitung vernichten den gesamten Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen“, führte Seck aus. „Der Schöpfungsbericht der Bibel sagt: Alles Leben ist kostbar. Alles Leben ist von Gott gemacht. Der Mensch ist nur ein Teil eines großen Ganzen. Die Verantwortung liegt im Bewahren des Ganzen. Dazu gehört auch, finanzielle und materielle Ressourcen für die Bewahrung des Lebens einzusetzen. Schon der Lebensstil vieler Menschen ist wie ein Krieg gegen die Schöpfung. Besonders aber in Kriegen wird die Schöpfung zum Opfer“, so die geistliche Begleiterin.

Die Wallfahrtsmesse wurde durch Pfr. Walter Henkes, Kooperator in Mengerskirchen, zelebriert. „Es geht um unsere Beziehung zu Gott dem Vater, der uns Gutes schenkt und das zählt. Auch für die Schöpfung. Auch für den Frieden“, so Pfr. Henkes in seiner Predigt. Ergreifende Folien , die dies untermalten und an die Wand des Altarraumes projiziert wurden, hatte Walter Henkes hierzu thematisch erstellt. Zu einem schmackhaften Pilgeressen fanden sich die Wallfahrer*innen in der Gaststätte „Toscana“ ein, um im Anschluss daran einen „Pilgerweg an Orte des Glaubens“ in Mengerskirchen zu gehen, den Pfr. Walter Henkes leitete.

Der Weg führte unter anderem am Geburtshaus des christlichen Gewerkschaftssekretärs Franz Leuningers, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde und an die Stelle des abgebrannten und inzwischen abgerissenen Hauses, in dem vor fast einem Jahr zwei Kinder zu Tode kamen. Die Einwohner zeigten damals eine eindrucksvolle Solidarität mit der betroffenen Familie. Die KAB-Diözesanwallfahrt endete mit gemeinsamen Gebet und Segen. Sie fand einmal mehr mitten in den Brennpunkten von Gesellschaft, Leben und Schöpfung statt.

Weitere Informationen: www.kab-limburg.de

Gebet in der Coronazeit

Beten wir für alle Menschen,

die am Corona-Virus erkrankt sind,

für alle, die Angst haben vor einer Infektion,

für alle, die sich nicht frei bewegen können,

für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,

für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmittel suchen, dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.

Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke. Viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten. Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus. Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit, frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit. Stärke unser Vertrauen. Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind, tröste ihre Familien, gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit, den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft, den Verstorbenen das ewige Leben. Uns stärke im Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst und dass unser Leben in deiner Hand geborgen ist.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

© Pfr. Stefan Mai, Gerolzhofen

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