Aktuelles

Betriebsseelsorger Bernhard Czernek in den Ruhestand verabschiedet

Unser KAB-Betriebsseelsorger Bernhard Czernek wurde heute im Gottesdienst in der St. Josefskirche in Höchst feierlich verabschiedet. Er geht nach acht Jahren erfolgreichen Wirkens in den Ruhestand. Der Diözesanverband der KAB Limburg dankt Bernhard Czernek sehr für sein großes und kompetentes Engagement für und mit den Arbeitenden und Benachteiligten. Der überzeugte KAB'ler ist und war stark auch mit den vielen anderen Wirkungsfeldern der KAB verbunden und brachte sich ein. 

Der Zelebrant des Gottesdienstes, stellv. Stadtdekan Pfr. Rolf Glaser sagte zu Beginn der Hl. Messe treffend. "Die Arbeitswelt fristet ein Schattendasein. Und es geht in der Kirche doch darum, wie Papst Franziskus es sagt, "an die Ränder zu gehen". "Und das hast Du, Bernhard getan".

Bernhard Czernek hielt die Predigt:

Teil 1 der Predigt: https://youtu.be/WG03CRZv78A

Teil 2 der Predigt: https://youtu.be/lPDZhEsLcng

Es folgten die Abschiedsreden: 

Pfr. Rolf Glaser (Fachvorgesetzter) und Karl-Heinz Burschyk (Dienstvorgesetzter): https://youtu.be/L3xWBLkv70k

Thomas Diekmann, Diözesanvorsitzender der KAB Limburg: https://youtu.be/gmAp6Xobtoc

Bernhard Czernek, Rede zum Abschied: https://youtu.be/QvUCryNKtcw

Lieber Bernhard, wir danken Dir für all die erfolgreichen Jahre und wir wünschen Dir für Deine Zukunft Gesundheit und Gottes Segen!

Martin Mohr, Diözesansekretär der KAB Limburg

"Die Zeit, Abschied zu nehmen, ist gekommen" KAB-Betriebsseelsorger Bernhard Czernek geht in Ruhestand

Die Zeit, Abschied zu nehmen, ist gekommen. Ende April endet mein Dienstvertrag und ich gehe in Rente.

Gerne denke ich an die vielen Begegnungen zurück, war für mich doch Betriebsseelsorge für mich, der ich eher „normale“ Gemeindeseelsorge kannte, weitgehend eine neue Herausforderung.

In dieser Zeit, seit 1. Februar 2014, habe ich viele neue Gesichter und Strukturen kennengelernt: die Unternehmen und deren Betriebsräte im Industriepark, die Mitgliedschaft in der IGBCE, aber auch Kontakte zu Verdi im Einsatz für den arbeitsfreien Sonntag, dazu kommen neue Kontakte zu den Kirchen, alte Kontakte aus meiner früheren Zeit lebten wieder auf, viele Kontakte entstanden zur KAB, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, nicht zu vergessen die zu anderen Betriebsseelsorgern, von denen es bundesweit etwa 40 gibt.

Da Betriebsseelsorge eher eine aufsuchende Seelsorge ist, da andererseits Besuche im Industriepark nur langfristig nach vorheriger Anmeldung möglich sind, dauerte es einige Zeit, um richtig anzukommen. Deshalb danke ich hiermit allen, die mich wohlwollend empfangen haben, einige stellten mich öffentlich in ihren Betriebsversammlungen vor oder organisierten eine Betriebsbesichtigung.

Danken möchte ich aber auch dem Betriebsrat von Sanofi, der mir einen Dauerbesuchsausweis ermöglichte, der auch meine regelmäßige Präsenz in den Kantinen erleichterte. Am 28. Januar 2018 hatte ich die Idee, immer zum Wochenbeginn einem Zuspruch zu schreiben, weil ich überzeugt bin, dass die biblischen Texte des Sonntagsgottesdienstes eine letztlich frohmachende Wirkung haben, wenn man sie richtig auslegt. „Evangelium“ heißt ja auch „Frohe Botschaft“. Und die Welt des „normalen“ Arbeitnehmers ist meistens nicht die Welt der kirchlich Beschäftigten, sodass ich hier einen Vermittlungsbedarf gespürt habe.

Für mich als Christ beginnt die Woche mit dem Sonntag, denn er ist nicht einfach ein Ruhetag wie der jüdische Sabbat, sondern ein Feiertag, der Tag der Auferstehung Jesu, der uns zeigen will: das Leben ist dank Gott stärker als der Tod. An diesem 28. Januar 2018 gründete unser Bischof Dr. Georg Bätzing feierlich die Pfarrei St. Margareta mit der Pfarrkirche St. Justinus, zu der die Stadtteile Höchst, Sindlingen, Sossenheim, Unterliederbach und Zeilsheim gehören.

Ich hoffe sehr, dass meine Worte ein Stück weit in der Arbeitswelt Anklang gefunden haben. Als Seelsorger bin ich weiterhin dem Gebet verpflichtet und werde nach wie vor an Sie denken.

Im Übrigen verweise ich noch einmal auf unsere Veranstaltungen anlässlich des Tags der Arbeit: den Gottesdienst am 30. April in der St.-Leonhard-Kirche und am 2. Mai um 19 Uhr in der St.-Josefs-Kirche in Frankfurt-Höchst. So grüße ich Sie in herzlicher Verbundenheit und wünsche Ihnen und der Person, die meine Aufgabe mit übernehmen soll, alles Gute und Gottes Segen,

Ihr Betriebsseelsorger Bernhard Czernek

Rückblick auf 7 Jahre Betriebsseelsorge

Vor 7 Jahren, am 1. Februar 2014 durfte ich die Stelle des Betriebsseelsorgers für den Industriepark Höchst antreten.

Für mich, der ich mit normaler Gemeindeseelsorge vertraut war, war sie eine Herausforderung, denn hier geht es nicht um Gebete, Gottesdienste oder gar Spendung der Sakramente, vielmehr gilt es, dem Auftrag Jesu nachzukommen, zu den Menschen zu gehen, Freude und Leid mit ihnen zu teilen, und dafür zu sorgen, dass jedem Recht und Gerechtigkeit widerfährt. Gemäß dem Lobgesang Mariens, dem Magnificat, gilt es, den großen Gott als den Barmherzigen zu verkünden, der den Kleinen beisteht.

In der Betriebsseelsorge geht es vornehmlich um die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, unabhängig ihrer Religion oder Konfession. Es geht um Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Betriebsräten. Mit den Arbeiterpriestern und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ist sie ein Standbein der Kirche für den arbeitenden Menschen und Einsatz für seine Rechte. Anders als die anderen Bereiche der Kategorialseelsorge steht sie in keinem Vertragsverhältnis mit entsprechenden Trägern, sondern kommt „von außen“, steht also „unten“, näher bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Einige Höhepunkte durfte ich in dieser Zeit erleben, so die Solidaritätsaktion für die Firma Sandoz, für die ich Juli 2015 in Gottesdiensten und kirchlichen Gremien 206 Solidaritätsunterschriften sammelte, sowie für Sanofi mit der Übergabe einer Solidaritätserklärung am 1. Mai 2017 auf dem Römerberg. Mit Verdi zusammen und der evangelischen Kirche setzen wir uns vehement für den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags ein, das Gesetz dazu wurde am 3. März dieses Jahres 1700 Jahre alt. Dazu gestaltete ich den sonntäglichen Gottesdienst an diesem Tag vor 2 Jahren mit einer gereimten Predigt mit in St. Josef.

Neben der Allianz für den freien Sonntag auf hessischer Ebene gründeten wir die Regionale Allianz Frankfurt-Rhein-Main mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Matthäuskirche am 12. Juni 2016. Ein Schwerpunkt war die Gestaltung des Patroziniums am 1. Sonntag im Mai in St. Josef. Ein weiterer Höhepunkt war der Tag der menschenwürdigen Arbeit, als am 6. Oktober 2018 uns eine große KAB-Gruppe aus dem Bistum Mainz besuchte und in der neu eröffneten Altstadt die Arbeitsplätze dort in Augenschein nahm. Dabei durfte ich zusammen mit Rektor Dr. Scholz den Festgottesdienst im Dom gestalten.

Weitere Einsätze zu diesem alljährlich stattfindenden Tag waren 2017 in St. Kilian und die letzten beiden Jahre in St. Michael.

Am 14.12.2017 besuchte Bischof Reginaldo aus Brasilien den Industriepark und interessierte sich in der Ausbildungsfirma Provadis für die Zukunftsperspektiven der jungen Leute.

Am 31.8.2018 visitierte unser Bischof Dr. Georg Bätzing den Industriepark und hinterließ bei der Geschäftsleitung und den Betriebsräten einen nachhaltigen positiven Eindruck.

Im Advent 2019 gestaltete ich in Sindlingen ein Adventsfenster in der Nähe von Tor West des Industrieparks. Auch wenn dank guter Arbeit der Betriebsräte und der Gewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE) die Situation im Industriepark einigermaßen zufriedenstellend ist, gibt es immer noch genug prekäre Situationen in Frankfurt und darüber hinaus. Für mich endet die Arbeit am 30. April dieses Jahres. Sie wird aber in geänderter Form weitergehen. Danken darf ich allen, die mir in den Gemeinden, der Stadtkirche und der KAB zur Seite standen.

Der Person, die diese Stelle weiterführen wird, wünsche ich schon jetzt ein gutes, von Gott gesegnetes Wirken.

Ihr Betriebsseelsorger Bernhard Czernek

Betriebsseelsorge: Berichte

Erstellt von Bernhard Czernek, KAB-Betriebsseelsorger

Foto: www.erzbistum-muenchen.de

2020

Die Betriebsseelsorge ist neben der KAB und den Arbeiterpriestern eine Säule im Engagement der Kirche für die arbeitenden Menschen und deren Sorgen. Die Arbeitszeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebenszeit des Menschen, die ihn prägt. Die Menschenwürde darf nicht vor dem Fabriktor haltmachen. In vielen Betrieben ist Mitbestimmung durch den Arbeitnehmer nicht einfach, gegen prekäre Beschäftigung oder gar Entlassung kann sich der Einzelne kaum wehren. In der Zusammenarbeit mit den Vertrauensleuten, Betriebsräten und Gewerkschaften unterstützt die Betriebsseelsorge die Anliegen für faire Arbeit. Die Betriebsseelsorge bietet für alle 2200 Mitarbeiter des Industrieparks Frankfurt-Höchst und darüber hinaus ein Gesprächsangebot, entweder im Pfarrbüro Frankfurt-Nied, St. Markus, im KAB-Büro des Hauses der Volksarbeit oder an jedem anderen vereinbarten Ort. Kontakte entstehen auch durch die regelmäßige Präsenz in den drei Kantinen des Industrieparks.

Am Beginn der Woche bekommen alle per Mail einen kurzen „Impuls zum Wochenanfang“, der das jeweilige Sonntagsevangelium für die Arbeitswelt auslegt.

Der 7. Oktober ist weltweit der Tag der menschenwürdigen Arbeit. Dieses Anliegen griff die Betriebsseelsorge durch die Gestaltung eines Gottesdienstes in Sossenheim auf.

Am 11. November 2019 fand der ökumenische Betriebsräteempfang statt, dieses Mal in der evangelischen Akademie am Römerberg. Auch die Betriebsräte aus dem Industriepark wurden über die Betriebsseelsorge eingeladen und nahmen am Empfang teil. Dass der Industriepark auch die benachbarten Gemeinden prägt ist offensichtlich.

Die Nähe zum Stadtteil Sindlingen war Anlass, auch am Tor West des Industrieparks ein „Adventsfenster“ am 5. Dezember 2019 zu gestalten, an dem sich viele aus der Gemeinde beteiligten. Die Betriebsseelsorge ist bundesweit vernetzt und hat mit ihrer Bundeskommission einschlägige Stellungnahmen zur prekären Beschäftigung beispielsweise in der Pflege oder aktuell in Fleischindustrie veröffentlicht. Sie steht für nachhaltiges Wirtschaften und kämpft zusammen mit der KAB, der evangelischen Kirche und Verdi mit inzwischen immer größeren Erfolg um die Erhaltung des arbeitsfreien Sonntags.

So kam es am 17. Oktober 2019 im Hessischen Landtag zur Anhörung wegen der Überarbeitung des Ladenöffnungsgesetzes, bei dem wir mit großem Erfolg die Ausdehnung der Öffnungszeiten am Sonntag verhinderten, so z. B. die von vielen Politikern und Geschäften gewünschte Streichung des Anlassbezugs, der letztlich dazu führen würde, dass aus dem Sonntag ein ganz normaler Werktag werden würde. Die Betriebsseelsorge ist ferner vernetzt mit der Arbeitnehmerkirche, dem Synodalausschuss Kirche und ArbeitnehmerInnen, sowie den Einrichtung Kirche für Arbeit. Sie arbeitet mit im Hessischen Bündnis für soziale Gerechtigkeit und dem Hessischen Sozialforum, das einmal im Jahr zur Großveranstaltung einlädt. Eine neue Veranstaltung ist unter Corona-Bedingungen am 30. Januar 2021 geplant.

betriebsseelsorge@kablimburg.de  Tel. 01751171156

2019

Auch beim Kreuzweg der Arbeit, der in der Innenstadt am Freitag vor Karfreitag zu markanten Brennpunkten des heutigen Leids vieler Menschen führte, hat die Betriebsseelsorge gestalterisch mitgewirkt. Auch für dieses Jahr ist am 3. April wieder ein Kreuzweg geplant. Am Vorabend des 1. Mai, wenn der Oberbürgermeister alle in der Arbeitswelt Tätigen zum Mahl der Arbeit in den Kaisersaal und die Gewölbehallen des Römer einlädt, waren wir mit großer Anzahl zugegen und feierten wie jedes Jahr vorher in der alten Nikolaikirche einen ökumenischen Gottesdienst. Vieles, was im weitesten Sinne Seelsorge ist, findet im Industriepark schon statt. Die Betriebsräte sind sehr engagiert und um das Wohl aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besorgt. In den Besuchen kommt es zu Gesprächen, in denen die Betriebsräte über ihre nicht leichte Arbeit und ihr Engagement frei erzählen können. Als Seelsorger bringe ich am Wochenanfang immer per Mail einen Impuls heraus, der das Sonntagsevangelium auf die Arbeitswelt hin auslegt. Wer sich für diesen Impuls interessiert, kann sich bei mir melden.
E-Mail: betriebsseelsorge@kablimburg.de  Tel. 01751171156                                                                 

2018

Zunächst sei noch einmal die gute Gesprächsatmosphäre bei der Visitation des Bischofs im Höchster Industriepark am 31. August 2018 erwähnt, sowohl die Unternehmensleitungen, mit denen der Bischof im berühmten Peter-Behrens-Bau sprach, als auch nach einer kurzen Rundfahrt mit den Betriebsräten im modernen Clariant-Bürohaus auf der südlichen Mainseite, blieben bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in guter Erinnerung. Das gute Klima übertrug sich auch auf dem Betriebsräteempfang am 20. November im Haus am Dom, an dem einige Mitarbeiter aus dem Industriepark teilnahmen. Betriebsratsmitglied und Jugendvertreterin der Firma Clariant Annabell Brech und Betriebsseelsorgerin Ingrid Reidt aus Rüsselsheim stellten sich zusammen mit dem Bischof auf dem Podium den Fragen über ihre fürsorgliche Arbeit. Am 19. September 2018 besuchte eine Gruppe der Betriebsseelsorge aus Heilbronn und Ludwigsburg den Flughafen, gemeinsam kam es zu Gesprächen und Kontakten mit dem Betriebsrat von Fraport und der Flughafenseelsorge. Regelmäßig in den drei Kantinen besteht Gesprächsangebot, am Tag der offenen Tür des Ausbildungszentrums „Provadis“ am 22. September 2018 trat die Betriebsseelsorge mit Info-Material neben der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IGBCE) auf. Ein Höhepunkt war der 6. Oktober, der von der Weltgewerkschaft ausgerufene Welttag für menschenwürdige Arbeit: Eine Gruppe aus dem Bistum Mainz besichtigte die neu eröffnete Altstadt und begutachtete sie hinsichtlich der durch sie neu entstandenen Arbeitsplätze. Die Ergebnisse wurden im Dompfarrsaal zusammengetragen, dann feierten wir den Gottesdienst im Dom, der zum Thema menschenwürdige Arbeit mit gestaltet wurde.

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