Hierbei wurde recht schnell offenkundig, dass die Vertreterinnen und Vertreter der KAB und Janine Wissler ähnliche Einstellungen zu den Arbeitsbedingungen in einer von Subunternehmen geprägten Branche haben. Auch Janine Wissler setzte sich hier bereits für Verbesserungen ein. Als äußerst problematisch betrachtet sie die Liberalisierungen in der Branche, die zu einer Vielzahl von miteinander konkurrierenden Lieferdiensten geführt haben. Der Konkurrenzkampf unter diesen hatte und hat negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Sie verwies auch auf weitere Problemfelder, wie beispielsweise die unbegründet befristeten Arbeitsverhältnisse und die Arbeitsbedingungen der Saisonarbeiter.
Vonseiten der KAB wurde hinterfragt, ob die Situation – insbesondere in Hinblick auf die Paketzustellerinnen und Paketzusteller, aber auch darüber hinaus – an ausbleibenden Kontrollmechanismen, an fehlenden Finanzen (auch vonseiten der Konsumenten) oder an fehlenden politischen Änderungswillen liegt. Janine Wissler merkte hierzu an, dass viele gesellschaftliche Schieflagen an den Eigentumsverhältnissen und dem Verteilungsproblem liegen. Vor allem kritisierte sie die aktuellen Debatten, welche die Gesellschaft „entsolidarisieren“ und von den eigentlichen Problemen ablenken. Auch der Sinn und Zweck des Wirtschaftens muss überdacht werden. Die „Wirtschaft soll dem Menschen dienen“, so Wissler.
Zusammenfassend kann man viele Gemeinsamkeiten feststellen, die KAB und Linke bei den hier genannten Themen haben. Die KAB bedankt sich herzlich für das Gespräch mit Janine Wissler.